Filippa Bjerling - Vita
 
Filippa Bjerling
   
 
2002 - 2006WAITING - DAS WARTENVITACONTACT
 
 
     
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Filippa Bjerling - Das Warten



Filippa Bjerling arbeitet ausschließlich mit Menschen. Menschen, die sich im wartenden Raum befinden – ein Raum, ein realer Raum, welcher oft aus Kreuzungen und Ampeln besteht oder aus U- bahn- und Zugstationen. In diesen Räumen, in diesen Szeneumgebungen beobachtet Filippa Bjerling die tatsächlichen Vorgänge.

Deutlich vorhanden ist natürlich der wartende Mensch – wartend auf grünes Licht, wartend auf den nächsten Zug.

Die Menschen – ihre Objekte – warten, aufgehalten in einem unfreiwillig aufgesuchten Zeitraum, der für sie nur vergeht, während sie zu Spielfiguren in der Phantasie des Künstlers werden.

Räume und Inhalte: Warten ist der Urstoff



In dieser Unfreiwlligkeit ist das Warten das grundlegende Element, der Urstoff. Alles ist auf Existenz reduziert.

Warten, woraus besteht es, was geschieht darin?

Eine Beobachtung einer Szene unter räumlichem und zeitlichen Aspekt. Was passiert in dem Raum, der vom Warten aufgenommen, beschäftigt wird und der für genau das Warten errichtet ist?
Ein Raum, errichtet für ein kurzes Warten, einen Aufenthalt vor- und für die Bewegung.

Das Warten – ein nicht gewählter zeitlicher Aufenthalt in der Bewegung, gekennzeichnet durch die temporäre Absichtslosigkeit der Objekte, die einkalkuliert ist, und einer bestimmten Destination unterworfen ist.

Die reine Existenz - Wille und Wollen erlöschen



Das Warten – ein Zwischenraum, um zu vergehen und ein Zeitraum, deren teilnehmende Objekte wahrscheinlich nicht absichtlich ausgesucht haben, und von der aktiven Gestaltung ausgeschlossen sind. Das Warten, ein Ort, an dem der Wille und das Wollen vollkommen erlöschen, und die teilnehmenden Objekte auf die reine Existenz zurückgeworfen werden. Das Warten – eine aufgezwungene Unterbrechung mit genau Warten auf weitere Bewegung.

Konstellationen und Begegnungen



Der Vorgang wird betrachtet. Die Bildung von Konstellationen, eine kurzzeitige, zeitweilige Annäherung, eine augenblickliche Begegnung. Begegnungen und Konstellationen, entstanden durch das, was dem Künstler erscheint, einzelne individuelle Zeiträume zu sein, mit anderen Wörter – der Mensch selbst.

Hier ein Zusammenfall, hier ein von den Objekte nicht beabsichtiger Zusammenfall. Ein gegenseitige Teilnahme (Beteiligung, Mitwirkung) in einem gemeinsamen Raum und ebenso in einer gemeinsamen Zeit. Der Raum – um darin zu warten, die Zeit, um sie vergehen zu lassen. Aber auch, infolgedessen, die Spaltung von und das Aufhören der Konstellationen der Zusammenfälle, das Aufheben der Unbeweglichkeit und das Wiederaufnehmen der möglichen Bewegung.

Das Spiel entsteht



In diesem Raum entstehen die Motive. Der Künstler wählt die Zeit der Unterbrechung und Unbeweglichkeit der anderen, die Unfreiwilligkeit der anderen und den nicht ausgesuchten, anwesenden Zeitraum der anderen – das Warten. In der Unfreiwilligkeit der anderen wird das Spiel erschaffen, das Spiel, das dem Kunstler gehört, ein Spiel, das sich in einem von den Teilnehmern nicht beabsichtigten Raum abspielt. Hier werden die Teilnehmer – die Spielfiguren – und deren Gegenspieler auserkoren. Der Künstler lässt sich im Spiel seiner eigenen ständigen Wahl der Spielfiguren beschäftigen.

In der von dem Kunstler ausgesuchten Szene mit ihren faktischen Ereignissen – Bildung von Konstellationen und die Entstehung von Annäherungen und Begegnungen – werden neue Zusammenfälle erfunden, ganz durch den Ausschnitt im Spiel - die Urwahl, welche dem Künstler gehört. Die Unterbrechung der Bewegungen, die Unfreiwilligkeit und eine nicht gewählte, bestimmte Zeitperiode der teilnehmenden Wartenden wird in der Phantasie der Künstlerin zu einem aktiv zu gestaltenden Spiel. Ein Spiel, dessen Spielfiguren alle vom Künstler ausgesucht, und eine Wahl, deren Motiv ist, Verhältnis und Zusammengehörigkeit zwischen den Objekten, den Teilnehmern, den Spielfiguren – mit anderen Wörter; die faktische Menschen – erreichen zu können.

Das beim Künstler sich im Gange befindliche Spiel – die Wahl von Spielfiguren – steht natürlich mit den eigenen Fragestellungen und Betrachtungen desselbigen in Beziehung. Der Mensch, oft wie ein Stück Zeit betrachtet, das während einer bestimmten Zeitperiode in einen größeren Zeitraum hinausgeworfen und von diesem abhängig ist. Der Mensch - ein Raum/Zeitraum, der in der Zeit ausgedehnt ist und die Zeit – ein Raum, der andere Räume, andere Spielfiguren enhält.

Spielfiguren, abhängig voneinander, einander verbunden. Lenkung und Bewegung zwischen ihnen, anwesend und teilnehmend an demselben Spiel, derselben Szene, demselben Raum. Für längere oder kürzere Zeit, gehörend zueinander, bestehend aus den umgebenden Korrellationen, Gruppierungnen, und einzelnen Personen. Ausgesucht oder nicht ausgesucht.

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